Das Kaffeeanbauland Ruanda

kafrika - Geschrieben am 29.03.2019

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Herkunftsländer unserer kafrika-Kaffees vor, damit Sie und wir die afrikanischen Länder kennenlernen und verstehen, welch Bedeutung der Kaffeeanbau in den jeweiligen Ländern hat. Heute stellen wir Ruanda vor, dem Herkunftsland unseres MURAMBAS.

Ruanda ist ein dicht bevölkerter Binnenstaat in Ostafrika. Er grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania. Ruanda wird wegen seiner hügeligen Landschaft auch „Land der tausend Hügel“ genannt. Von 1884 bis 1916 war Ruanda als Teil Deutsch-Ostafrikas eine deutsche Kolonie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es 1919 belgisches Völkerbundsmandat bzw. nach 1945 UN-Treuhandsgebiet. 1962 erfolgte die Unabhängigkeit.

Traurige Bekanntheit erlangte Ruanda in Europa in erster Linie durch die Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi, die 1994 im Völkermord ihren Höhepunkt fanden, in dessen Rahmen etwa 800.000 ethnische Tutsi und gemäßigte Hutu von radikalen Hutu ermordet wurden. Wegen dieser ethnischen Konflikte, struktureller Probleme und hoher Bevölkerungsdichte (Ruanda hat die höchste Bevölkerungsdichte in Afrika.) gehörte Ruanda zu den ärmsten Ländern Afrikas.

Die Entwicklung des Landes verläuft seit dem Ende des Bürgerkriegs sehr zwiespältig. Einerseits hat Ruanda seit vielen Jahren mit jährlich ca. 8 Prozent das höchste Wirtschaftswachstum der afrikanischen Länder. Das Land wird seit dem Jahr 2000 von Paul Kagame autoritär in einer Art Erziehungs- und Entwicklungsdiktatur regiert. Das Regierungssystem steht international in der Kritik wegen mangelnder Pressefreiheit, Unterdrückung der Opposition, Manipulation von Wahlen sowie der Destabilisierung des Ostkongo.

Sehr positiv ist der Anteil der Frauen an der wirtschaftlichen und politischen Macht. Im Entwicklungsindex der Geschlechter 2015 der Vereinten Nationen, der die Unterschiede im sozioökonomischen Entwicklungsstand von Frauen im Vergleich zu Männern misst, nahm Ruanda den Spitzenplatz unter allen Entwicklungsländern ein und erzielte sogar bessere Werte als Länder wie Deutschland oder Frankreich.

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Laut Amnesty International ist das Recht auf Meinungsäußerung in Ruanda stark eingeschränkt und die Vereinigungsfreiheit wird von der Regierung behindert. Zivilbevölkerung, aber auch Menschenrechtsaktivisten und Journalisten, werden von den Behörden kontrolliert und an ihrer Arbeit behindert. Die Gerichte erfüllen nach AI-Einschätzung keine internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren.

Ruanda hat ca. 12 Millionen Einwohner und mit 432 Einwohnern eine höhere Einwohnerdichte als die Niederlande (411). Belastet wird das Land auch durch die hohe Anzahl der Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo.

Ruanda hat ein sehr ausgeglichenes Klima. Das Land liegt zwar sehr nahe am Äquator, doch durch die Höhenlage (durchschnittlich 1500m) sind die Temperaturen sehr gemäßigt. Die Tagesdurchschnittstemperatur liegt bei 18°C.

Durch die Höhenlage und die ausgeglichenen Temperaturen sind die Anbaubedingen perfekt für Kaffee. Kaffee ist neben Tee das wichtigste Exportgut von Ruanda.

Die Qualität des Kaffees hat in den 90er Jahren stark gelitten. Durch die Privatisierung, den Bau von Waschanlagen im ganzen Land und durch Förderprogrammen hat sich die Qualität und die Menge des Kaffees stark verbessert.

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Tourismus spielt in Ruanda keine große Rolle. Da es keine großen Nationalparks gibt, setzt Ruanda nicht auf Massentourismus, sondern auf wenige, zahlungskräftige Touristen, die insbesondere zur Beobachtung der Berggorillas ins Land kommen.

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